Steuerkalender für Freelancer

Die wiederkehrenden Termine des Jahres — und was jeder angefangene Monat Verzug tatsächlich kostet.

Ein Steuerkalender nützt nur, wenn daneben steht, was passiert, wenn man ihn verpasst. Die Zuschläge sind in Deutschland nicht ins Ermessen gestellt: sie laufen automatisch, in festen Sätzen, ab einem festen Tag. Diese Seite stellt beides nebeneinander.

Die feststehenden Termine

Termin Was fällig ist Für wen
10. des Folgemonats Umsatzsteuer-Voranmeldung und Zahlung. Abgabe- und Zahlungstag fallen zusammen — die Anmeldung ohne Überweisung reicht nicht. Monatliche Anmelder
10. nach Quartalsende Umsatzsteuer-Voranmeldung für das abgelaufene Quartal. Quartalsanmelder
25. nach Meldezeitraum Zusammenfassende Meldung — eine eigene Meldung, nicht Teil der Voranmeldung. Der häufigste blinde Fleck bei EU-Kunden. Wer innergemeinschaftlich leistet
10.03. · 10.06. · 10.09. · 10.12. Einkommensteuer-Vorauszahlung (§ 37 EStG). Wer einen Vorauszahlungsbescheid hat
15.02. · 15.05. · 15.08. · 15.11. Gewerbesteuer-Vorauszahlung (§ 19 GewStG) — andere Tage als bei der Einkommensteuer, was regelmäßig übersehen wird. Gewerbetreibende
+ 7 bzw. 14 Monate Steuererklärung — 7 Monate nach Jahresende bei eigener Abgabe, 14 Monate mit steuerlicher Vertretung (§ 149 AO). Alle

Die Falle liegt nicht im Datum, sondern im Rhythmus. Ob du monatlich oder quartalsweise anmeldest, entscheidest nicht du: es hängt an der Umsatzsteuer des Vorjahres. Über 9.000 € wird monatlich angemeldet; unter 2.000 € kann das Finanzamt ganz von der Voranmeldung befreien. Der Rhythmus kann also zwischen zwei Jahren wechseln, ohne dass du etwas geändert hast. Wie sich der Turnus bestimmt.

Was Verzug kostet

Zwei Zuschläge, die häufig verwechselt werden. Sie treffen unterschiedliche Versäumnisse und laufen unabhängig voneinander.

Säumniszuschlag Verspätungszuschlag
Wofür Zu spät gezahlt. Zu spät erklärt.
Höhe 1 % des rückständigen Betrags je angefangenem Monat. 0,25 % der festgesetzten Steuer je angefangenem Monat, mindestens 25 €.
Schonfrist 3 Tage bei Überweisung. Nicht bei Barzahlung oder Scheck. Keine. Der Mindestbetrag fällt ab dem ersten angefangenen Monat an.

→ Fristen und Zuschläge im Detail · → Wie Vorauszahlungen festgesetzt und angepasst werden

Der Termin, den niemand im Kalender hat, und der am teuersten wird. Nicht eine Frist, sondern eine Anpassung: läuft dein Jahr deutlich besser als das vorige, bleiben die Vorauszahlungen auf dem alten Niveau — und die Differenz kommt in einer Summe, zusammen mit erhöhten Vorauszahlungen für das laufende Jahr. Zwei Zahlungen in einem Quartal. Wer das Wachstum früh meldet, verteilt dieselbe Steuer über vier Termine statt über einen. Festgesetzt wird ohnehin erst ab 100 € je Termin und 400 € im Jahr.

Wenn EU-Kunden im Spiel sind

Der Reverse-Charge beendet die Umsatzsteuer auf deiner Rechnung, aber nicht deine Meldepflicht. Die Zusammenfassende Meldung läuft neben der Voranmeldung, bis zum 25. nach Ablauf des Meldezeitraums. Unterhalb von 50.000 € darf quartalsweise gemeldet werden — das ist eine Frage des Rhythmus, keine Befreiung. → Reverse-Charge und Meldepflicht

Stand: 21.08.2026. Termine geprüft an den konsolidierten Texten von EStG, GewStG, UStG und AO. Keine Rechts- oder Steuerberatung; maßgeblich ist dein Bescheid.

Häufige Fragen

Wann ist die Umsatzsteuer-Voranmeldung fällig?
Bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums — bei monatlicher Anmeldung also am 10. des Folgemonats, bei quartalsweiser Anmeldung am 10. nach Quartalsende. Abgabe und Zahlung fallen auf denselben Tag.
Wann sind die Einkommensteuer-Vorauszahlungen fällig?
An vier festen Terminen im Kalenderjahr: 10.03., 10.06., 10.09., 10.12. (§ 37 Abs. 1 EStG). Die Gewerbesteuer-Vorauszahlungen liegen auf anderen Tagen: 15.02., 15.05., 15.08., 15.11. (§ 19 Abs. 1 GewStG).
Was kostet es, wenn ich eine Frist verpasse?
Zu spät gezahlt löst einen Säumniszuschlag von 1 Prozent des rückständigen Betrags je angefangenem Monat aus, mit einer Schonfrist von 3 Tagen bei Überweisung. Zu spät erklärt löst einen Verspätungszuschlag aus, mindestens 25 € je angefangenem Monat, ohne Schonfrist. Beide laufen unabhängig voneinander.
Muss ich die Zusammenfassende Meldung auch abgeben, wenn ich wenig in die EU fakturiere?
Ja. Die Schwelle von 50.000 € entscheidet nur über den Turnus — quartalsweise statt monatlich. Sie ist keine Befreiung von der Meldung selbst.